Niederbayern

Ähnlich wie in der Oberpfalz waren im Kreis Niederbayern Industriearbeiter in den meisten Orten entweder nicht existent oder in der Minderzahl. Träger der Revolution waren sie in den Städten wie Passau, Landshut und Straubing. Aber in den Dörfern trug neben den wenigen Soldaten und Arbeitern, der Bauernbund das Banner der Novemberrevolution. Die bekanntesten Vertreter waren die Brüder Gandorfer, Konrad Kübler, August Fink und Franz Krinner. Und dass der Bauernbund in Niederbayern eine Massenbasis hatte, zeigte die erste Landtagswahl nach der Revolution, bei der über 30 Prozent der Niederbayern Bauernbund wählten.

Aber auch viele Ortsvereine der Sozialdemokraten entstanden in dieser Zeit und stellten im Kreis das Gerüst der Arbeiterräte.

Wie sehr die Klerikalen die Bauernbündler nach der Revolution moralisch verabscheuten zeigt aber ein Spruch eines niederbayerischen Funktionärs des christlichen Bauernvereins:
„Nicht jeder Bauernbündler ist ein Ehebrecher, aber jeder Ehebrecher ist ein Bauernbündler“.