Schwaben

Die Oberschwaben haben ja eine lange politisch demokratische Traditon, angefangen 1525 mit dem Bauernkrieg, über die bürgerliche Revolution von 1848 bis schließlich 1918. So kein Wunder das im November in Lindau, Kempten, Sonthofen und Augsburg Arbeiterräte gewählt wurden, Soldaten und Arbeiter auf die Rathäuser zogen, rote Fahnen hissten und die Entscheidungsgewalt über die Gemeinden beanspruchten. Der Ehrfurcht vor den Wittelsbachern war da schon lange Gassi gegangen, so bezeichnete der Arbeiterratsvorsitzende von Kaufbeuren Ludwig III. ungestraft als Zentrifugenluki. Bei der Wahl der Bauernräte ging es oft auch wenig freundlich zu, da sich gerade in Schwaben der Bauernbund und die BVP gewaltig in den Haaren hatten und um jedes Dorf gestritten wurde.

So warf die BVP dem Bauernbund unter anderem die „Verherrlichung des Juden Eisner, der uns so unendlich viel geschadet hat“ vor.