Film

Bilder aus der
„Hauptstadt der Bewegung“

von Thomas Brandlmeier

I)

1914 ist für den Münchner Film ein militaristisches Jahr. Sujets tauchen auf, die es vorher nicht gab: 100 Jahre Schwere Reiter Regiment, 100 Jahre Infanterie Leibregiment, Frühjahrparade auf dem Oberwiesenfeld, Münchner Soldatentag, Ludwig III. besucht die Türkenkaserne, Besuch des österreichischen Thronfolgers mit militärischen Ehren – ein paar Monate später wird er erschossen, Anlass des Kriegsausbruchs. Auch Szenen vom Kriegsausbruch in München werden gefilmt.

Die allgemeine Mobilmachung wird am Odeonsplatz verkündet. Ein Foto hält die Menschenmasse fest; es gelingt Adolf Hitler als erkennbaren Einzelkopf aus der Masse der fotografischen Punkte heraus zu stechen. Viele vermuten eine Fälschung von Hitlers Hoffotografen Hoffmann. Hitler, seit 1912 in München ansässig, meldet sich freiwillig. Man darf ihn auch in den Filmdokumenten als Teil der Masse vermuten. Er kommt zum 2. Bayerischen Infanterieregiment. Der Auszug des 2. Bayerischen Infanterieregiments wird gefilmt. Dieses Regiment wird später eine wichtige Rolle auf Seiten der Räterevolution spielen; Hitler, nach seiner Gasvergiftung, war Ende 1918 wieder in München kaserniert und ließ sich sogar zum Bataillonsrat wählen. Man muss annehmen, dass Hitler auch bei revolutionären Aufmärschen der Münchner Regimenter gefilmt wurde – nicht erkennbar in der Masse. Hitlers Zug war für diverse Bewachungsaufgaben der Räteregierung, u. a. des Hauptbahnhofs, zuständig. Auch da gibt es Fotos. Die Entwicklung seines Bartes, vom Kaiser-Wilhelm-Bart zum Hitlerbärtchen, erfolgte tatsächlich scheibchenweise; in dem Anti-Nazi-Film „The Hitler Gang“ (John Farrow/1944) wird das parodistisch verarbeitet. 1)

Der Gefreite Hitler an der West­front ist in Fotos dokumentiert, seine fotografische Präsenz ist auffallend. Einer, der unbedingt fotografiert werden will. Schon im Ersten Weltkrieg versucht sich Hitler als großer Redner, wird aber von niemand ernst genommen. Der expressionistische Schrift­steller Alexander Moritz Frey ist mit Hitler in derselben Kompanie. Er erinnert sich an ihn als ‘General Schwätzer’. 2) Martin Kopp, seit 1906 einer der Pioniere des Münchner Kinos und Gründer der Kopp-Filmwerke, ist 1914/18 Kriegskameramann. 1915, in Flan­dern, trifft Hitler auf Kopp und ist sofort bereit den Kamera­mann durch die Gräben zu führen. „Als wir an den Unterständen ankamen, waren dort einige Mann gerade mit dem Auspumpen und Ausschöpfen des Grabenstückes beschäftigt. Ich stellte gleich meine Kamera auf und, während ich mit der Aufnahme beschäftigt war, beteiligte sich auch der Meldegänger an der Arbeit im Graben, und so filmte ich ihn, zusammen mit seinen Kameraden.“ So Martin Kopp 1940. 3) Dieses Dokument Hitlers scheint verschollen zu sein, alle meine Recherchen waren vergebens.

Als im Mai 1919 Freikorps, Bürgerwehren und Reichswehr nach München marschierten und die Räterepublik zerschlugen, steht danach die konservative Bevölkerung am Straßenrand und winkt. Bei der Rückkehr der Werdenfelser Bürgerwehr nach Garmisch löst sich aus der Menge ein wohlbekanntes Gesicht mit Chaplinbärtchen, springt jubelnd fast in die Kamera. Es ist Adolf Hitler in Lederhosen: „Aus dem befreiten München“ (1919). Was Hitler über diese Zeit in ‚Mein Kampf’ schreibt ist überwiegend Poesie. Soviel wir heute wissen, hatte sich seine Position ähnlich der von Mussolini entwickelt: eine anfängliche Sympathie für Sozialismus, die chauvinistisch eingefärbt zum Faschismus umkippt; dieser Umschlag muss bei Hitler gegen Ende der Räteregierung erfolgt sein. Da sich die militärische Ordnung bei den Münchner Truppen mehr und mehr aufgelöst hatte, war es sicher nicht schwierig gewesen, sich rechtzeitig abzusetzen. Auch war Hitler an dienstfreien Tagen häufig im Oberland.

Die revolutionären Ereignisse 1918/19 forderten rund ein Dutzend Tote. Bei der Niederschlagung der Räterepublik gibt es Massen­erschießungen, offiziell über 500 Tote, inoffiziell über 1000 Tote. “War…ein dunkler, schmutziger Frühlingstag, an dem sie Menschen in langen Reihen die Leonrodstraße in München entlang führten, in Richtung auf das Oberwiesenfeld zu, um sie in den weiten Höfen, vor den Garagenwänden des ‘Kraftverkehr Bayern’ zu erschießen. Die erschossen werden sollten, hatten die Hände über den Kopf erhoben, vor Müdigkeit lagen die Hände los gekrümmt auf den Köpfen, oder die eine Hand umschloss die andere am Gelenk. Lange Kolonnen, in unregelmäßigen Trupps, immer wieder kamen welche. Die anderen, die auf sie schießen würden, hatten die Gewehre im Anschlag. Sah das vom Balkon unserer Wohnung…” (Alfred Andersch). 4) Die Filmdokumente von 1919 zeigen nur Straßenkämpfe: „München im Zeichen der Räteregierung“ (Generalstreik, Demonstration, Massenszenen, die Rote Armee bei Dachau leistet Widerstand gegen die Weißen, leicht Bewaffnete am Hbf, Stachus, Justizpalast, Prinzregentenstraße haben keine Chance gegen Panzerwagen und schwere Geschütze) und „Aus dem befreiten München“ (trüber Spätfrühling, die Blätter sind noch ganz klein, ein paar Zivilisten winken, Reichswehr, Freikorps Epp, Freikorps Werdenfels, die Fahrt der Werdenfelser Bürgerwehr vom Hbf über Hackerbrücke, Weilheim – der Bürgermeister kredenzt Bier – Oberau, Garmisch und Partenkirchen).

Adolf Hitler ist mit von der Partie: „Wenige Tage nach der Be­freiung Münchens wurde ich zur Untersuchungskommission über die Revolutionsvorgänge beim 2.Infanterieregiment kommandiert… Wir waren alle mehr oder minder fest überzeugt, dass Deutschland durch die Parteien des Novemberverbrechens, Zentrum und Sozial­demokratie, nicht mehr aus dem heranreifenden Zusammenbruch gerettet werden würde, dass aber auch die so genannten ‘bürgerlich­nationalen’ Gebilde selbst bei bestem Wollen niemals mehr gut­zumachen verständen, was geschehen… So wurde denn in unserem kleinen Kreis die Bildung einer neuen Partei erörtert.“ 5)

Eines der ersten Parteimitglieder ist 1920 der Fotograf Heinrich Hoffmann. Hoffmann war bereits 1919 durch das Buch ‚Ein Jahr Bayerische Revolution im Bild’ hervorgetreten, das von natio­nalistischem Hass auf die Revolution und von Antisemitismus nur so triefte. Hoffmann avanciert zum Hoffotografen Hitlers. Zu Hoffmanns Spezialitäten gehören der heroische Porträttypus, die mani­pulierende Bildmontage und Retouchen. Hitler schließt Hoffmann dafür ins Herz. Er bekommt einen Künstlerbonus und gehört von 1922 bis fast zuletzt – als eine Art Hofnarr – zum ständigen Zirkel um Hitler. 6)

II)

Im Bayerischen Hauptstaatsarchiv findet sich ein streng geheimer Bericht aus dem Jahr 1918. Er beschreibt u. a. Vorgänge aus der Türkenkaserne, wo die Elitetruppe des Infanterie Leibregiments stationiert war: “Am 18.Juni 1918 nachmittags gegen 1 Uhr wurden aus den Fenstern des 2. und 3. Stockwerks der Inf. Leib-Regimentskaserne verschiedene Gebrauchsgegenstände und Ausrüstungsstücke wie Stühle, Eierkrüge, Tornister, Platzpatronen u. a. auf die Gabelsbergerstraße herab geworfen… Gegen einen Infanterieleutnant, der zufällig des Weges kam und einen Soldaten des genannten Transportes wegen seines Benehmens – er hatte während des Transports geschossen – zur Rede stellte, nahmen mehrere hinter diesem Soldaten Marschierende eine drohende Haltung an, während andere riefen: ‚Haut ihn nieder, den Hund!’ …Den Bahnhof betrat der Transport durch den Eingang des Nordbaues. Unter den Arkaden stand Major Stury des Inf. Leibregiments, der einen Soldaten, der sein Gewehr ebenfalls verkehrt trug, zur Rede stellte und ihn hierbei in ruhigem Tone aufforderte, er solle sein Gewehr ordentlich tragen. Der Soldat fasste nun sein Gewehr sofort mit beiden Händen, stieß es mit dem Kolben auf den Boden und schrie gegen Major Stury: ‚Was wollt ihr Himmel-Herrgott-Sakramenter, ist’s nicht genug, dass wir für euch ins Feld gehen, schikanieren wollt ihr einen auch noch, anpacken tu ich dich, du Blindgänger.’ Er machte auch Miene, gegen den Major tätlich vorzugehen, und ließ sich erst durch das Dazwischentreten eines Polizeikommissärs etwas beruhigen. Er ging dann unter fortwährendem Schimpfen weiter, während die in der Nähe marschierenden Soldaten ihm zuriefen: “Lass dir nichts gefallen, hau zu!” Hierbei schimpften und fluch­ten sie fortwährend…” 7)

Der junge Brecht dichtet um diese Zeit in München die ‘Legende vom toten Soldaten’. 8)

Der Krieg war aber noch nicht gar
Drum tat es dem Kaiser leid
Dass sein Soldat gestorben war:
Es schien ihm noch vor der Zeit.

Es zog die ärztliche Kommission
Zum Gottesacker hinaus
Und grub mit geweihtem Spaten den
Gefallnen Soldaten aus.

Sie schütteten ihm einen feurigen Schnaps
In den verwesten Leib
Und hängten zwei Schwestern in seinen Arm
Und ein halb entblößtes Weib.

Und weil der Soldat nach Verwesung stinkt
Drum hinkt ein Pfaffe voran
Der über ihn ein Weihrauchfass schwingt
Dass er nicht stinken kann.

Am 7. November 1918 notiert Rainer Maria Rilke: „In den letzten Tagen hat München etwas von seiner Leere und Ruhe aufgegeben, die Spannungen des Augenblicks machen sich auch hier bemerklich, wenngleich sie zwischen den bajuwari­schen Temperamenten sich nicht gerade geistig steigernd beneh­men. Überall große Versammlungen in den Brauhaussälen, fast jeden Abend, überall Redner, unter denen in erster Linie Profes­sor Jaffé sich hervortut, und wo die Säle nicht ausreichen, Versammlungen unter freiem Himmel nach Tausenden. Unter Tausenden auch war ich Montagabend in den Sälen des Hotel Wagner, Professor Max Weber aus Heidelberg, Nationalöko­nom, der für einen der besten Köpfe und für einen guten Redner gilt, sprach, nach ihm in der Diskussion der anarchistisch überangestrengte Mühsam und weiter Studenten, Leute, die vier Jahre an der Front gewesen waren, – alle so einfach und offen und volkstümlich. Und obwohl man um die Biertische und zwischen den Tischen so saß, dass die Kellnerinnen nur wie Holzwürmer durch die dicke Menschenstruktur sich durchfra­ßen, wars gar nicht beklemmend, nicht einmal für den Atem; der Dunst aus Bier und Rauch und Volk ging einem nicht unbequem ein, man gewahrte ihn kaum, so wichtig wars und so über alles gegenwärtig klar, dass die Dinge gesagt werden konnten, die endlich an der Reihe sind, und dass die einfachsten und gültigsten von diesen Dingen, soweit sie einigermaßen aufnehmlich gegeben waren, von der ungeheueren Menge mit einem schweren massiven Beifall begriffen wurden.“ 9)

Am 8. November 1918 proklamiert Kurt Eisner den Freistaat Bayern. Ein Filmdokument zeigt die Kundgebung vom 9. November auf dem Oberwiesenfeld, eine unüberschaubare Menschenmenge. Und die Meßter-Woche bringt wenig später „Bilder von der Volksbewegung in München“; es wirkt so, als würde das Leben nur noch auf der Straße und in den Bierhallen stattfinden. Die Kamera fährt mit der Straßenbahn, die Gewehrläufe hängen unmilitärisch nach unten. Ein Bierwagen kurvt durch den Herbstnebel. Ein Bub tätschelt ein Maschinengewehr und wird von den Soldaten weggeschubst. “In München war die Widerlegung der Argumente der Linksparteien durch Tötung derer, die sie propagierten, besonders beliebt. Führer der Münchner Revolution am 7. November des letzten Kriegs­jahrs war ein gewisser Kurt Eisner, ein in Berlin geborener jüdischer Schriftsteller. Am 21. Februar des nächsten Jahres, nachdem dieser Eisner als Ministerpräsident in Bayern Ordnung geschaffen hatte, schoss nach der Lektüre klerikaler Zeitungen ein junger Leutnant, ein gewisser Graf Arco, ihn nieder” (Lion Feuchtwanger). 10) Eisner, in seinem Bemühen den rechten und linken Flügel der Sozialdemokratie zu integrieren, war die Symbolfigur der bayerischen Revolution. Eisners Beerdigung mobilisierte eine 100.000köpfige Menschenmasse, ein schneeloser Spätwinter, die Bergknappen aus Penzberg und Peißenberg waren extra angereist. Filmdokument: „Die Feierlichkeiten anlässlich des Begräbnisses von Kurt Eisner“.

Ricarda Huchs Erinnerung deckt sich sehr genau mit dem Filmdokument: „Der Ausgangspunkt des Zuges war die Theresienwiese, der Platz, wo in den Märchentagen der Vorkriegszeit das bacchantische Oktoberfest sich tummelte. Die Menschenansammlung soll ungeheuer gewesen sein; vor Tagesanbruch hingen sie schon an Bäumen und Dächern geklammert wie Maikäfer. Als die Spitze des Zuges am Ostfriedhof anlangte, hatten die letzten die Theresienwiese noch nicht verlassen. Den größten Eindruck machte … die Blumenpracht. Kränze von Maiglöckchen in solcher Größe waren da, dass jeder von fünf bis sechs Mann getragen werden mußte…“ 11) Erich Mühsam schreibt in seinem Nachruf: „Die Tat des Grafen Arco riß das in dreieinhalb Monaten wieder träg werdende Volk zur Besinnung zurück. Im Augenblick begriff es, daß die Kugeln, die den sichtbarsten Führer der Revolution töteten, nicht der Person Eisners, noch weniger der besonderen Richtung galten, die er vertrat, sondern der Revolution selbst.“ 12) Die Revolution radikalisierte sich jetzt, das Proletariat wurde bewaffnet, Ernst Toller rief die Räte­republik aus. Die aus den Wahlen hervorgegangene Koalitionsregierung aus Zentrum und Mehrheits-Sozialdemokratie wich nach Bamberg aus. Die Radikalisierung der Revolution lieferte den willkommenen Anlass zu ihrer Zerschlagung: “Der Tod Eisners beschleunigte nur die Entwicklung und führte endlich zur Rätediktatur, besser ausgedrückt zu einer vorübergehenden Judenherrschaft, wie sie ursprünglich den Urhebern der ganzen Revolution als Ziel vor Augen schwebte” (Hitler). 13)

Zunächst kehrte die Regierung unter dem Mehrheitssozialisten Johannes Hoffmann wieder nach München zurück. “Die Ruhe in der Stadt und auf dem Lande war damit noch lange nicht wiederherge­stellt; denn jetzt setzte die Reaktion der nationalen Wehrver­bände und paramilitärischen Organisationen ein, in denen sich auf ihre Weise die Erbitterung und Enttäuschung über die Nieder­lage Luft und das Schlagwort von der ‘Dolchstoßlegende’ breit machte, das das innere Klima gerade Bayerns vergiftete” (Karl Bosl). 14) Gustav von Kahr zwingt im ‘bayerischen Kapp-Putsch’ Hoffmann zur Demission und reißt die Regierungsgewalt an sich. Die Ordnungs­zelle Bayern ist nun fest in nationalistischen und monarchistisch-­konservativen Händen. Der monarchistische Kardinal Faulhaber tituliert in der Silvesterpredigt 1918 die Republik als eine “Regierung von Jehovas Zorn”. 1922 erklärt er öffentlich: “Die Revolution war Meineid und Hochverrat.” Mit Blick auf die säbelrasselnden Bürgerwehren fährt er fort: “Gebt mir eine Hundertschaft von charakterfesten Persönlichkeiten, ein Dutzend um jede Vereins­fahne, und wir wollen das Angesicht der Erde erneuern.” 15) Das bayerische Innenministerium unterstützt Toni Attenbergers Film „Desperados“ von 1919: Jüdische Anarchisten hetzen Arbeiter zur Revolte auf. „Die Arbeiter vertrinken ihre Habe, Frauen und Kinder hungern“, heißt es im Drehbuch. Ein Ingenieur und seine Geliebte schaffen Ordnung. Die sozialistische Presse spricht von „gefilmter Spartakistenhetze“. Am 10. Juli erhält das Bayr. Reichswehr-Gruppenkommando 4, Abt. Propaganda, einen Empfehlungsbrief von der Bayerischen Film-Industrie GmbH mit 50 Freikarten. 16)

Der Simplicissimus kommentiert den bayerischen Putsch von 1919 mit dem politischen Schnadahüpfeln: 17)

Z’Minka dö Schwarz’n
hamm’s Komedispuil’n gern.
Und als Reschissöhr hamm s’aa
den allerhochwürdigsten Herrn.

Der hat eahna neuli
a Theaterstück g’schrieb’n,
und da wird dem Staat drin
Faulhaberfeld ‘trieb’n.

Und ‘s Schwör’n wird drin abg’schafft,
daß’s grad aso kracht,
und dö Damikrat’nverfassung
wird oafach schwarz g’schlacht,’t.

Die NSDAP sieht im antirepublikanischen Klerus durchaus einen Bundesgenossen. 1920 versammeln sich die Bürgerwehren, 60.000 sollen es gewesen sein, auf dem Königsplatz und legen nach einer Rede von Kahrs den bayerischen Rütlischwur ab. Heinrich Hoffmann verfertigt davon eine propagandistische Bildmontage mit dem segnenden Kardinal Faulhaber. Werner Egk hatte 1922/23 das zweifelhafte Vergnügen Untermieter eines Häuptlings der ‘Reichskriegsflagge’ zu sein: „Oberster Chef war Ludendorff, der ‚Trommler’ der Bewegung war Adolf Hitler. Mit der Zeit erfuhren wir mehr von den Geheimnissen der Bande, deren Orga­nisation im Reich verboten, in Bayern erlaubt oder geduldet war… (Es) war die Rede vom Marsch auf Berlin, von der Ausrottung des jüdischen Bolschewismus, von geheimen Waffenlagern, von Flugzeugen, die in Scheunen versteckt waren… Alles erschien mir wie ein wirrer Traum: …Leute, die  zu nachtschlafender Zeit ihre Gewehre aus den Kellern holten, um zu ‘pumpen’ oder Griffe zu klopfen, Leute, die im Finstern durch ihre Wohnungen robbten oder im Stechschritt im Korridor marschierten.“ 18) Das Freikorps ‚Bund Oberland’ ist an der Niederschlagung der oberschlesischen Arbeiteraufstände beteiligt; ein Filmdokument vom September 1923 zeigt einen Aufmarsch zur Enthüllung eines Gefallenen-Denkmals in Schliersee. Hearst Movietone News zeigt 1920-1923 antisozialistische Kundgebungen aus München, u. a. mit Generalfeldmarschall Ludendorff, dem späteren Mitverschwörer von Hitler. 1922 werden von den Nazis antisemitische Unruhen gegen Manfred Noas Lessingfilm „Nathan der Weise“ geschürt, was schließlich zum Verbot des Films in München führt. Wilhelm Lukas Kristl spricht von einem „Kompliment vor den Nationalsozialisten“: „Beide Sachverständige, ein Polizeiregierungsrat und ein Geistlicher, sahen in dem Film eine unerträgliche philosemitische Tendenz.“ 19)

Carl Zuckmayer war damals Gast einer der Bierhallen-Reden von Hitler: „Wenn er, nach einer in immer mehr gesteigertem Crescendo vorgetragenen Anprangerung von Missständen, existierenden und fiktiven, plötzlich die rhetorische Frage in den Saal schrie: ‚Und wer ist schuld daran?’ – um sofort mit der scharf skandierten Antwort nachzuschnappen: ‚Daa-rann/sind die/Juu-denn schuld!’ – dann schmetterten bald die Maßkrüge im Takt auf die Holzti­sche, und Tausende von Stimmen, Weibergeschrill, Bierbässe, wiederholten viertelstundenlang den imbezilen Vers. Die Wut darüber, dass ein Krügl Helles vierhundert Millionen kostete, schmetterte mit. Doch es war mehr als das: es gelang ihm, die Menschen in eine Trance zu versetzen wie der Medizinmann eines wilden Völker­stamms. Dabei waren diese Leute keine Wilden, sondern verstörte Kleinbürger, denen der Zerfall der gewohnten Werte den Halt geraubt hatte. Hier fand erst eine Probe statt für das, was man mit Menschen machen kann. Die Aufführung wurde um zehn Jahre verschoben.“ 20)

Hitler lag von Kahr monatelang in den Ohren mit Putschplänen gegen die Reichsregierung unter dem Sozialdemokraten Ebert. In Anlehnung an Mussolini schwebte ihm ein Marsch nach Berlin vor. Von Kahr versuchte den nützlichen Idioten auf den St. Nimmer­leinstag zu vertrösten. Aber am 08. 11. 1923 platzte die Bombe. Von Kahr hielt im Bürgerbräu gerade eine antimarxistische Brandrede vor patriotischen Vereinen, als Hitler mit 600 Getreuen hereinstürmt und die große nationale Revolution verkündet. Wieder erheben sich alle zum Rütlischwur. Der autokratisch regierende von Kahr hat aber überhaupt nicht die geringste Lust, sich von einem dahergelaufenen Gefreiten das Heft aus der Hand nehmen zu lassen. Heimlich gibt er Anweisung an die Ordnungskräfte, die Putschisten zu stoppen. Es ging alles ganz schnell, die späteren Dokumentaristen konnten nur noch den Schauplatz filmen.

Nach dem kläglichen Ende des Hitlerputsches werden die NSDAP, Reichskriegsflagge, Bund Oberland und ähnliche Vereine ver­boten, Hitler und seine Mitverschwörer kommen vor Gericht. Die Justizposse, die jetzt einsetzt, macht Hitler mit einem Schlag zu einer national bekannten Persönlichkeit. „Der ganze Gerichtshof musste ihnen als Beleuchter dienen. Der öffentliche Ankläger wurde klein und kleiner. Immer öfter musste er sich entschuldigen, schweigen, den Verteidigern das Feld überlassen… Er beantragte niedrige Festungsstrafen…. Nach der Verkündigung des Urteils erhoben sich die Zuhörer und brachten den Angeklagten stürmische Huldigungen dar. Auch von außen kam Jubelgeschrei. Der Führer trat ans Fenster, zeigte sich den Begeisterten“ (Lion Feuchtwanger). 21)

Im Platzl unterdessen sang Weiß Ferdl: 22)

Deutsche Männer stehen heute
vor den Schranken des Gerichts,
mutig sie die Tat bekennen,
zu verschweigen gibt’s da nichts!
Sagt, was haben sie verbrochen?
Soll es sein gar eine Schand,
wenn aus Schmach und Not will retten
man sein deutsches Vaterland?
Wollt ihr denen, die es wagten
für der Heimat Schutz und Wehr,
nun zum Dank dafür noch nehmen
ihre Freiheit, ihre Ehr’?
Michel, dann, dann müsstest du dich schämen!
Lass dir solche Männer ja nicht nehmen,
denn sie zeigen frei und unbeirrt
dir den Weg, der dich zur Freiheit führt.

Der Hauptangeklagte Hitler kam mit fünf Jahren Festungshaft davon, obwohl der §81 des Strafgesetzbuches für Putschisten eindeutig eine lebenslange Haftstrafe vorschrieb. Bereits 1924 wurde Hitler vorzeitig entlassen, München entwickelte sich jetzt zur ‘Hauptstadt der Bewegung’. Hitler spielte in den Bierhallen den Volkshelden, war beim Bürgertum salonfähig und schlug im Schwabinger Künstlerlokal ‚Osteria Bavaria’ in der Schellingstraße seinen Stammtisch auf. Die NSDAP wurde neu gegründet und die paramilitärischen Trupps reorganisierten sich. Filme von 1924 und 1927 dokumentieren die Umtriebe des Kriegerbundes. München wird zur Stadt des Stahlhelmtages und Reichskriegertages (verschiedene Filmdokumente von 1929): „Der Lavastrom der Feldgrauen“ ergießt sich über München. „Unsere österreichischen Kameraden“ werden begrüßt. „Was ist los in München?“ Für Kraftwagen gibt es Tankstellen, für ihre Insassen das Hofbräuhaus. Am Armeemuseum mit dem Grab des unbekannten Soldaten wird’s dann ernster: „Zwei Millionen wofür? – Sie werden auferstehen.“  „Und was habt ihr Lebenden aus Deutschland werden lassen – so klagen die Toten“ – zumindest in den Zwischentiteln. Und zynisch geht es weiter: „Möge die Anklage der Toten Deutschland zur Besinnung rufen!“  Parteileitung und Parteiverlag der NSDAP sind in München, der ‚Völkische Beobachter’ wird von hier vertrieben, ‚Mein Kampf’ wird in München gedruckt. Die ersten Propagandafilme entstehen hier 1932/33. Willy Zielke dreht „Die Wahrheit“ mit Beppo Brem als Arbeitslosem, der auf einer Müllhalde sein Elend raus schreit. SA und NSDAP bringen Rettung. Franz Seitz sen. dreht den „SA-Mann Brand“ mit Otto Wernicke, Elise Aulinger, Heinz Klingenberg, Joe Stöckel, Wastl Witt und Josef Eichheim. Eine junge Kommunistin liebt heimlich den SA-Mann Brand. Dummerweise ging der Film in den Export. „A cheap, boot-licking sort of thing“ kommentiert Otis Ferguson. 23) Die beiden Filme sind ein solcher Schmarren, dass sie Goebbels („Manche Partien fast unausstehlich“) 24) mitsamt der SA alsbald in der Versenkung verschwinden lässt.

Obwohl München eine Bastion der Reaktion ist, bleibt die klerikale Stadt ein schwieriges Pflaster. Die Mehrheiten für die NSDAP werden nicht in München und nicht in Bayern gewonnen. Ludwig Börnes Menetekel liegt immer noch über München: „Hüten Sie sich, in München mit den Pfaffen zu kollidieren!“ 25) 1932 spricht Gauleiter Wagner in einem Filmdokument über Kirche und Staat. Dass Nazis zum Frühstück Kinder fressen, sei pure Verleumdung. Sie schätzen die Kirche, die Natur, Gott und den Frieden, Ruhe und Ordnung. Er zitiert Mussolinis Konkordat herbei. Aber Priester sollten keine Politiker sein. Das kommt nicht von ungefähr. Die christlich orientierten Poli­tiker sind und bleiben politische Gegner, auch wenn die NSDAP in ihrem Programm ausdrücklich von einem positiven Verhältnis zur Religion spricht. Umso wichtiger erscheinen Friedens- und Stillhalteangebote an die Kirchen. Wieder erweist sich Kardinal Faulhaber als ein wichtiger Bündnispartner. Am 24. 03. 1933 schreibt er an den bayerischen Episkopat: „Ich muss mir aber nach dem, was ich an höchsten Stellen in Rom erlebt habe, hier aber nicht mitteilen kann, vorbehalten, trotz allem mehr Toleranz gegen die neue Regierung zu üben, die heute nicht bloß im Besitz der Macht ist, was unsere Grundsätze nicht umstoßen könnte, sondern rechtmäßig wie noch keine Revolutionspartei in den Be­sitz der Macht gelangte.“ Was das Konkordat auf höchster kirchenpolitischer Ebene bewirken sollte, fand auf der Münchner Bühne seine Generalprobe. Bei einem Besuch auf dem Obersalzberg am 04. 11. 1936 wird Faulhaber noch deutlicher: „1922 habe ich den marxistischen Umsturz von 1918 und 1919 als ‚Meineid und Hochverrat’ bezeichnet und trotz aller Bedrohungen das Wort nicht zurückgenommen. Bald darauf erschienen die ersten Mauer­anschläge der ersten Nationalsozialisten mit dem Aufruf ‚Gegen die Novemberverbrecher’.“ 26)

Am 9. November 1933 blickt die nationalsozialistische Revolution in München auf ihren Sieg zurück: die Filmdokumente „Adolf Hitler vor der alten Garde“ und „Gedenkfeiern zum 9. November“. Innerhalb von ein paar Monaten war eine Schreckensherrschaft errichtet worden: Am 9. März werden die opposi­tionellen Presseorgane von der SA verwüstet, aus der Münchner Post wird ein SA-Heim, das Gewerkschafts­haus wird besetzt, führende Sozialdemokraten und Kommunisten werden in ‘Schutzhaft’ genommen; Hitlerjungen dürfen an öffentlichen Gebäuden Hakenkreuzfahnen hissen (Landtag, Ministerien, Polizeipräsidium, Rathaus, Post), im Polizeipräsidium werden die Fahnen der Putschisten von 1923 an die Nazis übergeben. Am 20. März wird Ober­bürgermeister Scharnagl (Bayerische Volkspartei) aus dem Amt gejagt; er gibt zu Protokoll, „dass ich unter Vorbehalt aller meiner Rechte der Gewalt weiche.“ 27) (Filmdokumente von 1933: „München 1933 Machtübernahme“ und „Die Fahne hoch! Bilder aus den Tagen der deutschen Revolution“). Am 22.März wird mit großer Pressepublizität das KZ-Dachau errichtet. Am 14.April meldet das Amtliche Wolffsche Telegraphenbüro den Tod von vier KZ­-Häftlingen aus Dachau bei einem ‚Fluchtversuch’. Am 26. April wird Hitler Ehrenbürger der Stadt München. Anfang Mai werden die Landtagsabgeordneten Dressel und Götz in Dachau zu Tode geschunden. Ein Augenzeugenbericht: „Die Beine und Arme glichen unförmigen schwarz-blau geschwollenen Säcken. Die Leiche lag mit dem Gesicht nach unten, ein Arm war gewaltsam nach außen gedreht, die Pulsadern durchschnitten, außerdem dreieckige Fleischstücke aus dem Arm geschnitten.“ 28) Am 9.November 1933, exakt 10 Jahre nach dem Putschversuch, werden in München die Märtyrer des Nationalsozialismus gefeiert. Mit den Ehrentempeln erhält München die zentrale Kultstätte des 3.Reichs; Filmdokument: „Der Bau der Ehrentempel“ von 1934 zeigt das Areal als Großbaustelle.

Jährlich wird das Ritual des 9. Novembers filmisch dokumentiert. Am ausführlichsten „Die ewige Wache“ von 1935 mit Rückblicken und nachinszenierten Rückblenden. Vom Bürgerbräukeller ziehen Hitler und die alte Garde mit der ‚Blutfahne von 1923’ zum Marienplatz und zur Feldherrnhalle. Am Königsplatz übergeben (1933) die Freikorps ihre Fahnen der SA. Nazibürgermeister aus ganz Bayern werden vereidigt. Rückblende: Erster Weltkrieg, Warum die Toten?, schließlich Bürgerkrieg, aber einer wusste wohin, Parteigründung, Hände legen sich übereinander. 1935 werden die Leichen der 16 Toten des Putschversuchs von 1923 überführt, die Sarkophage werden in den Ehrentempel unter offenem Himmel aufgestellt. Die Namen werden von Gauleiter Wagner einzeln aufgerufen und von Hitler und der Menge mit „Hier!“ beantwortet. In voller Länge in „Für uns“ von 1936.

„Wir sehen heute aus der Höhe der Erfüllung hinab auf die geheiligten Erinnerungen. Vor uns liegt München, angeordnet um die Altäre der Bewegung, wie eine glückliche Insel im Strome der Zeit, die längst vorüber gezogen ist an jenen ersten Stationen der deutschen Auferstehung. Die innigen Feiern an den Gedenktagen der Partei, der jährliche Marsch zur Feldherrnhalle und die Versammlungen der Ältesten im Bürgerbräukeller und im Festsaal des alten Hofbräuhauses sind umwittert vom Geheimnis des deutschen Wunders, das vor 20 Jahren in München begann. Der Zauber des Kultischen erfüllt den inneren Sinn dieser tra­ditionellen Begängnisse. Und es ist, als kehre der Führer immer symbolisch zurück an die Schwelle seines Weges, der inzwischen weit über München, die Wiege der neuen Zeit hinausgeführt hat“ (Robert Krötz: Hauptstadt der Bewegung). 29) 1939 zeigt sich, dass es auch ein anderes München gibt: Das Filmdokument „Hitlerattentat im Bürgerbräukeller 1939“. Der Schreiner Georg Elser hat mehr für die Rehabilitierung dieser Stadt getan als alle die, die historische Stätten namenlos unter Löwenbräucities und ähnlichem begraben haben.

III)

Das andere München mit seiner großen Schaulust, seiner Lust an Festen, Umzügen, Faschingszügen, Fronleichnamsprozessionen… Ein katholisch-barock geprägtes Umfeld. „Das orientalische Fest“ von 1914 zeigt eine der legendären Künstlerredouten im Odeon. „Die Filmpremiere in den Sendlingertor Lichtspielen“ von 1917, „Das Oktoberfest“ von 1920, „Das deutsche Turnfest“ von 1923, „Umzug zum Deutschen Museum“ von 1925, „Das Oktoberfest“ von 1925, „Die Verkehrsausstellung“ von 1925, „Feuerwehrübung“ von 1925, „Jahrhundertfeier der Universität“ von 1926, „Eisenbahn-Unglück am Ostbahnhof“ von 1926, „Der Schäfflertanz“ von 1927, „Das deutsche Bundesschießen“ von 1927, „Ozeanflieger“ von 1927, „Der Schützen- und Trachtenzug“ von 1927, „Das Nateswara-Künstlerfest“ von 1928, „Flugwettbewerb mit Udet“ von 1928, „Motorradrennen“ von 1928, „Grundsteinlegung des Bibliotheksbaus des Deutschen Museums“ von 1928, „Der Metzgersprung“ von 1928, „Das Zentrallandwirtschaftsfest“ von 1929, „Der Faschingszug“ von 1929, „Der Schützenfestzug“ von 1929. In diesem Kontext, so scheint es, fallen die Umzüge von ein paar Paramilitärs gar nicht mehr auf. Der Akademieprofessor Georg Buchner sollte für das festliche München der NS-Zeit den Begriff Stadtschmuck prägen. Selbst klassizistische Bauten haben neubarockes Geschnörkel, keine Stadt – außer Rom – hat so viele Brunnen wie München. In München liebt man Dekoratives und Spektakuläres, die meisten deutschen Monumentalfilme wurden in München gedreht, nicht in Berlin. Diese Stadt eignete sich nicht für so ernste Sachen wie Reichsparteitage. Hitler hatte andere Pläne.

München sollte das geistige und künstlerische Zentrum des Reichs werden. Die zentrale Eliteschule war mit gewaltigen Bauten am Chiemsee mit enger Anbindung an München geplant. München sollte völlig umgestaltet werden. Der Hauptbahnhof sollte nach Pasing verlegt werden. Die Achse von Pasing bis zum Hauptbahnhof war als überdimensionierte Straße mit entsprechend großen Gebäuden geplant, u. a. ein Opernhaus von einer Größe, die kein lebender Sänger hätte füllen können. Das Areal von Bahnhof, Stachus und Lenbachplatz hätte als Basis für einen gigantischen Obelisk der Bewegung gedient, neben dem sich die Altstadt wie Disneyland ausgenommen hätte. Hitlers Liebe zu München äußerte sich vor allem darin, dass er die halbe Stadt abreißen wollte. Sehen kann man das alles in Kurt Ruplis Film „Das Wort aus Stein (1939), „Bauplanungen München“ (1938) und „Münchner Ansichten“ (1937-1939). Ruplis Film kämpft kameratechnisch mit dem brutalen Neoklassizismus ohne Stumpf und Stil, Länge und Höhe der Bauten müssen Qualitatives ersetzen. Musik und Ton, soweit vorhanden, sind stakkatohaft, bewusst klotzig, ihre Überzeugungskraft liegt auf der Ebene des Beschwörenden, Pathetischen. Die Ornamentfeindlichkeit dieses faschistischen Klassizismus benötigt das Ornament der Masse. Ihr Gebrauchswert für das Volk ist ihr Kulissenwert für das Volk als Masse. Kluge/Schamoni haben 1960 dafür den passenden Titel „Brutalität in Stein“ gefunden.

München hat diese Wertschätzung bis zu einem gewissen Grad verdient. War die Stadt bis Anfang der 1920er Jahre ein Hort der Avantgarde, schlug in den Folgejahren das Klima auch künstlerisch um. Ein geradezu klassisches Beispiel ist der brave Josef Wackerle, von 1922 bis 1950 Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie, der zahllose Schüler „unangefochten von neu auftauchenden Kunsttheorien, allein durch seine charaktervolle Persönlichkeit“ ausbildete (Rudolf Esterer). 30) Dieses Münchner Kunstgewerbe, ein bisschen klassisch, ein bisschen modern und ein bisschen faschistisch dehnbar, war in der Tat immun gegen alles und gleichzeitig tauglich für alles. In diesem Klima gedieh Präfaschistisches auf allen Gebieten. Der verhinderte Kunst- und Postkartenmaler, den die Akademie in Wien abgelehnt hatte, fand hier geeignete Zirkel. Paul Troost, German Bestelmayer, Leonhard Gall, Roderick Fick vertraten einen Architekturstil, der Hitler zusagte; sie diskutieren neoklassizistische Ideen. Bestelmayer, mit seinen Neubauten der TU und des Deutschen Museums, erntet Ovationen bei den antimodernistischen Kreisen. Bleeker entwirft die Bauplastiken. Das Braune Haus von 1931 darf als Frühgeburt des NS-Stils gelten. Hans Rose, Professor für Kunstgeschichte: „Das Braune Haus ist zur Wiege des neuen Deutschland geworden und seine künstlerische Haltung, die edlen Verhältnisse, klassischen Pilaster und zart abgewogenen Profile sind Ausdruck einer Baugesinnung, die eben im Begriff steht, die Rohheit des technischen Bauens im Sinne der bildnerischen Schönheit zu überwinden.“ 31)

Rohheit des technischen Bauens, das waren im München vor allem die heute noch gültigen Postbauten von Vorhoelzer. Der sog. Münchner Weg von Karl Meitinger, Otto Orlando Kurz, Theodor Fischer u. a. erinnert fatal an die Dehnbarkeit eines Wackerle: die Bauten an der Rheinstraße und an der äußeren Schleißheimerstraße, das Dantestadion, die Blockbebauungen am Unteranger und an der Sophienstraße, die mühelos Architektur der 1920er und 1930er Jahre verbinden. Und manches, was die Wittelsbacher hinterlassen hatten, ließ sich gut einbinden. Der gepflasterte Königsplatz mit Ehrentempeln und Führerbauten, die NS-Verwaltungsbauten in der Ludwigsstraße und Prinzregentenstraße, die Pläne am Hofgarten, passend zu Armeemuseum und der Palazzo Pitti-Kopie: „Einweihung des Hauses des Deutschen Rechts“ (1939) und „Die Bauten Adolf Hitlers“ (Walter Hege/1938). „Eine gründlichere Untersuchung … wird bis in die Romantik und die Schinkelzeit zurückgreifen müssen, um das verworrene Flechtwerk der von 1930 – … 1941 herrschenden ‚Reaktion’ mit allen ihren Wurzeln und Fasern und seltsamen Blüten bloßzulegen. Dabei wird sich zeigen, dass sie weder ein spezifisch deutsches noch ein unwiederholbares Ereignis ist. Unwiederholbar scheint lediglich das von den zeitgeschichtlichen Umständen unterstützte Geschick nationalsozialistischer Propagandisten, die nach Ausgangspunkt und Zielsetzung unterschiedlichen reaktiven Verhaltensweisen auf einen Nenner zu bringen und für ihre rein machtpolitischen Zwecke auszunützen“ (Anna Teut). 32) Faschistische Architektur ist nicht das ganz Andere bürgerlicher Architektur.

Der Brand des Glaspalastes, in einem Filmdokument von 1931 zu sehen, hatte den Weg frei gemacht für den Bau einer neuen Ausstellungshalle, das ‚Haus der Deutschen Kunst’, finanziert aus Spenden der deutschen Großindustriellen. In den Dokumentarfilmen des Dritten Reichs ist das Gebäude von Paul Troost eine feste Größe. „Grundsteinlegung“ (1933): geschnitten, wie Hitler den Hammer zerbricht. „Das Haus der Deutschen Kunst“ (Armin Hausladen/1935): hölzern nachgestellt die historische Besprechung im Büro des Gauleiters Wagner, das Modell im Atelier von Troost, Hitlers Rede, Umzug mit Athene, Allegorien der Künste, antiken Modellen, deutschem Handwerk, Bamberger Reiter und einer Dame mit Einhorn; bemerkenswert: unter den Beispielen deutscher Kunsttradition befindet sich 1935 noch ein Lovis Corinth. „Tag der deutschen Kunst“ von Hans Ertl 1937 zur Eröffnung gedreht: Riefenstahl-Stil, streng stilisiert geht es von den Alpen bis zum HDK, der krude Umzug mit Wehrmachtswikingern, Burgen, Domen, Sonne und Mond war auch Ertl zu kunterbunt. „Tag der Kunst und Haus der Kunst“ (1937/38), „Große Deutsche Kunstausstellung“ (1942): Wehrkunst und eine Monumentalstatue von Thorak, die für ihre Monumentalität gepriesen wird. Die „Große Deutsche Kunstausstellung“ (Walter Hege/1943) in ausgeblichenem Agfacolor argumentiert, dass die Kunst als Zeuge deutschen Wesens beweist, warum wir kämpfen.

Für Amateurfilmer hatte die Gauleitung einen Wettbewerb zum Tag der Deutschen Kunst ausgeschrieben; mit Sondererlaubnis drehen sie ganz nah. Sie verwenden 1938/39 das 16mm-Kodachrome, das im Gegensatz zum Agfacolor durch seinen Drei-Farben-Druck kaum colour-fading zeigt. Hans Feierabend dreht Material, das sich der inszenierten Politik entzieht und Privates zeigt, ein eifersüchtiger Hess, ein leutseliger Himmler, ein grinsender Hitler. Das Pferderennen ‚Das Braune Band von Deutschland’ wurde durch die legendäre ‚Nacht der Amazonen’ im Nymphenburger Park abgeschlossen. Der Amateur Josef Eckstaller filmt; die ‚nacht der Amazonen’ ist in ihrer verklemmten Freizügigkeit genauso unfreiwillig komisch wie die goldbronzierten griechischen Götter und das goldene Kalb beim Festzug zum Tag der Deutschen Kunst. Eckstallers „Tag der Deutschen Kunst“ zeigt die Teilnehmer des Umzugs auch nach einem Wolkenbruch; regennass und mit verbiesterten Gesichtern ziehen sie ab. Ein Spielverderber ist auch Ulrich Kayser; er dreht 1938 einen biederen Münchenfilm, der von ewigen Festen, ewigem Frieden und Kunst als Fest handelt, aber wenig von der Architektur des Dritten Reichs zeigt und Ludwig I. wichtiger als Hitler erscheinen lässt. Der Film wird verboten. In Hitlers Wahn vom verkannten Künstlergenie ist auch die Idee enthalten, dass er ein Baumeister sei, des Reichs ebenso wie der Architektur. Noch 1940/41 befahl er die monumentalen Bauprojekte als „bedeutenden Beitrag zur endgültigen Sicherstellung unseres Sieges“ voranzutreiben. 33) Der Wohnungsbau ging gegenüber der Weimarer Republik zurück; Hitler präferierte „Prachtbauten der ganzen Gemeinschaft“, denen gegenüber „das Wohnhaus wirklich zu einer unbedeutenden Nebensächlichkeit“ versank. 34) 1937, am Reichsparteitag, erklärt er: „Während der schöpferischen Armut eines bürgerlichen, liberalen Zeitalters schrumpften die Bauten der Gemeinschaft immer mehr zusammen… Je größer die Anforderungen des heutigen Staates an seine Bürger sind, um so gewaltiger muss der Staat auch seinen Bürgern erscheinen.“ 35)

In der Zwischenzeit gab es noch ein paar Triumphe auszukosten. 1937, eingequetscht in die engen Arkadenbauten des Hofgartens, wird abweichende Kunst als entartet diffamiert. 1938 kommt Hitler nach Wien; die erste Tat des neuen Machthabers: er besucht die Kunstakademie die ihn abgewiesen hat. Das Filmdokument „Hitler in Wien“ (1938) schweigt sich darüber aus. Kunstakademien werden gesäubert; in München wird der Expressionist Caspar 1937 durch den NS-Realisten Kaspar ersetzt. 36) 1936 ist der „Zeppelin über München“. 1937 ist Mussolini zu Besuch in München, 1938 darf er die Münchner Konferenz moderieren; zwei schöne Filmdokumente entstehen. 1937 eröffnet Hitler die Autobahn München-Berlin, „Münchens Umbau beginnt“ plangemäß 1938, im selben Jahr macht Hitler den ersten Rammstoß zur U-Bahn, alles für die Kameras. 1938 gibt es wieder einen Oktoberfestfilm und einen Film über das Riemer Pferderennen mit NS-Prominenz. 1939 werden in München Rekruten für den Film vereidigt, 1940 paradiert die Wehrmacht zum Sieg über Frankreich, gefilmt in der Ludwigstraße.

IV)

1937 findet im Bibliotheksbau des Deutschen Museums die Hetzausstellung ‚Der ewige Jude’ statt. 1940 wird von Fritz Hippler der gleichnamige Film kompiliert. 1938, bei der ‚Kristallnacht’, ist zufälligerweise eine Kamera dabei, als die kleine Synagoge brennt. Danach wird die Hauptsynagoge abgebrochen; der Abbruch wird gefilmt, ebenso der Abbruch der Matthäuskirche im gleichen Jahr auf Befehl des betrunkenen Gauleiters Wagner, der sich über das Verkehrshindernis geärgert hat. Danach geht das Abbrechen ganz schnell. Es gibt erstaunlich viele Dokumente zum Sujet München und Krieg. 1939/40 viel Uniform, Frauenarbeit und heiteres Krisenmanagement bei Stadtwerken und Versorgung. 1940 gibt es einen Film über Luftschutzübungen, einen über Naziprominenz auf Radlfahrt durch München, die SA muss Schnee räumen, einen zu Hitlers Geburtstag mit Metallsammlung, 1941 gibt es einen Film über Wohnungs- und Bunkerbau, bald auch Entertainment für Verwundete. Der Bund Deutscher Filmamateure (BDF) ignoriert die frühe Kriegszeit mit Klischees von Biergarten und Isarrauschen: „Unser schönes München einmal farbig“ und „Ein Tag im Juni“. 1941 dreht Eckstaller einen idyllischen Film über das Kindertagesheim in der Riemer Straße; BdM-Helferinnen verteilen Suppe, ganz zum Schluss schleicht sich eine militärische Episode ein. 1943 veranstaltet der BDF eine heitere Landpartie nach Dachau; zwischendrin muss einer weg zum Dienst, ein SS-Mann aus dem nahen Lager. Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Hans Albin dreht 1941 den Tobis-Trichter „Volkshumor aus deutschen Gauen“: Adolf Gondrell, Karl Valentin und Weiß Ferdl sitzen zum Schluss verdrießlich am Tisch und legen die Buchstaben ENDE.

Die Kriegszerstörungen dürfen offiziell nicht gefilmt werden; der Amateur Eckstaller macht von 1943-45 heimlich Aufnahmen. Größere Aufnahmen machen 1945 das US Signal Corps und Toni Attenberger; die Fronleichnamsprozession findet inmitten von Ruinen statt, die Kamera spürt in den Trümmern Kruzifixe und Heiligenstatuen auf (Willy Cronauer/1945). Die Kameraleute vom US Signal Corps waren vorher (Ende April) in Dachau; dort filmten sie die Toten, die Überlebenden und entsetzte Deutsche, die sich abwenden. Das Material fand teilweise Eingang in Hanus Burgers „Todesmühlen“ von 1945/46. Beim Einmarsch nach München erbeuten die GI’s ein Stadtschild „Hauptstadt der Bewegung München“ mit Einschussloch, aber Widerstand gibt es keinen. 1946 wird die Schuttbahn vor dem zerstörten ARRI-Werk gefilmt. Gertrude Stein: „So verließen wir Heidelberg und kamen bald in München an. Man sollte annehmen, jede Trümmerstadt sieht aus wie jede andere Trümmerstadt, aber das tut sie nicht. München, mit all seinen offenen Plätzen, Gärten und Stadien und alledem, sieht nicht so sehr zerstört aus als verfallen, als ob es in ein paar Jahren einfach irgendwie nicht mehr da sein würde.“ 37) Obwohl München zu 80% zerstört war, fiel von den NS-Bauten lediglich das Braune Haus in Schutt und Asche. Anfang 1947 filmt das Signal Corps die Sprengung der Ehrentempel; ein paar Münchner schleichen desinteressiert und frierend vorbei. Hitler hatte seine Bauten zwar für die tausendjährige Ewigkeit geplant, aber man diskutierte allen Ernstes auch den Ruinenwert der Bauten für den Fall des Untergangs. Das Ergebnis waren Zyklopenbauten: Natursteinquader auf Stahlbetonskelett. Davon steht in München noch eine ganze Menge, versteckt hinter Efeu, mit abrasierten Freitreppen und anderen feinsinnigen Korrekturen, aber immer noch massiv bis zur Dysfunktionalität. Der Haupteingang des ‚Hauses der Deutschen Kunst’ ist so schwer auffindbar, dass er für Ortsfremde mit Wegweisern und Transparenten sichtbar gemacht werden muss.

Anmerkungen:

  1. Vgl. dazu Anton Joachimsthaler: Hitler in München 1908-1920. Frankfurt/Main 1992.
  2. Alexander Moritz Frey zitiert nach Hanns Arens: Unsterbliches München. München 1968. S. 480.
  3. Karl Brunner: Wo der Führer zum ersten mal gefilmt wurde. Kopp erzählt Erinnerungen. In: Münchner Mosaik – Kulturelle Monatsschrift der Hauptstadt der Bewegung, Nr. 4/1940.
  4. Alfred Andersch: Die Kirschen der Freiheit. Zürich 1968. S. 9.
  5. Adolf Hitler: Mein Kampf. München 1932. S. 226f.
  6. Vgl. dazu Rudolf Herz: Hoffmann & Hitler. München 1994.
  7. Geheimbericht vom 22. 06. 1918 an das Bayerische Ministerium des Inneren. Zitiert nach: Reinhard Bauer, Günther Gerstenberg, Wolfgang Peschel: Im Dunst aus Bier, Rauch und Volk. München, Zürich 1989. S. 165f.
  8. Bertold Brecht: Gesammelte Werke. Band 4. Darmstadt 1967. S. 256f.
  9. Rainer Maria Rilke: Brief vom 07. 11. 1918. In: Rainer Maria Rilke: Briefe. Leipzig o. J.
  10. Lion Feuchtwanger: Erfolg. Hamburg 1956. S. 545f.
  11. Ricarda Huch: Erinnerungen an das eigene Leben. Köln 1980. S. 441.
  12. Erich Mühsam: Ausgewählte Werke. Band 2. Berlin 1985. S. 237.
  13. Adolf Hitler: Mein Kampf. München 1932. S. 226.
  14. Karl Bosl: Bayerische Geschichte. München 1990. S. 233.
  15. Alle Zitate von Faulhaber nach Otto Gritschneder: Adenauer widerspricht Kardinal Faulhaber. In: Münchner Stadtanzeiger, Nr. 52-53/1984. Vgl. auch Otto Gritschneder: Der Kardinal und die Weimarer Republik. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 51/1994.
  16. Alle Zitate aus dem Akt über den Film im Bayer. Hauptstaatsarchiv, MInn66339.
  17. Gideon Gum: Schnadahüpfeln. In: Simplicissimus, Nr. 34/1919.
  18. Werner Egk: Die Zeit wartet nicht. München, Mainz 1981. S. 103f.
  19. Wilhelm Lukas Kristl: Aus den Geheimkammern der Filmzensur.
    In: Münchner Post, 05./06. 12. 1931. Vgl. dazu auch Martin Loiperdinger: Nathan der Weise. In: Lessing Society (Hg.): Lessing Yearbook, Vol.XIV. Göttingen 1982. S. 61ff.
  20. Carl Zuckmayer: Als wär’s ein Stück von mir. Frankfurt/Main 1969. S. 385.
  21. Lion Feuchtwanger: Erfolg. Hamburg 1956. S. 752f.
  22. Weiß Ferdl zitiert nach Sabine Sünwoldt: Weiß Ferdl. München 1983. S. 83.
  23. Otis Ferguson: Pudovkin and the Little Men. In: The New Republic, 20. 06. 1934.
  24.  Josef Goebbels: Tagebucheintrag vom 14. 06. 1933.
  25. Börne zitiert nach Heinrich Heine: Ludwig Börne. Eine Denkschrift. In: Werke in fünfzehn Teilen. Vierzehnter Teil. Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart o. J. S. 39.
  26. Alle Zitate von Faulhaber nach Otto Gritschneder: Adenauer widerspricht Kardinal Faulhaber. In: Münchner Stadtanzeiger, Nr. 52-53/1984. Vgl. auch Otto Gritschneder: Der Kardinal und die Weimarer Republik. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 51/1994.
  27.  Karl Scharnagl: Brief vom 20. 03. 1933 an Adolf Wagner. Zitiert nach Christoph Stölzl (Hg.): Die Zwanziger Jahre in München. München o. J. S. 740.
  28.  Lord Marley: Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitler Terror. Basel 1933. S. 300.
  29. Robert Krötz: Hauptstadt der Bewegung. In: Hans Joachim Speer (Hg.): Freundschaft mit München. München 1942. S. 19.
  30. Rudolf Esterer: Josef Wackerle 1880-1956. Ausstellungskatalog (Bayer. Akademie der Schönen Künste). München 1960. S. 12.
  31. Hans Rose nach Christoph Stölzl (Hg.): Die Zwanziger Jahre in München. München o. J. S. 353.
  32. Anna Teut: Architektur im Dritten Reich. Frankfurt/Main, Berlin 1967. S. 18.
  33. Adolf Hitler: Befehl vom 25. Juni 1940. Zitiert nach Albert Speer: Erinnerungen. Frankfurt/Main, Berlin 1993. S. 192ff.
  34.  Adolf Hitler: Mein Kampf. München 1932. S. 290.
  35.  Adolf Hitler: Die Bauten des Dritten Reichs. Kulturrede Hitlers auf dem Reichsparteitag 1937. In: Baugilde, Nr. 26/1937.
  36.  Vgl. dazu Thomas Zacharias: (Art) reine Kunst. München (Akademie der Bildenden Künste) 1987.
  37. Gertrude Stein: Off We All Went to See Germany. In: Life, 06. 08. 1945.