Gustav Landauer Initiative: Führung durch die Landauer-Ausstellung im Antikriegsmuseum in Berlin

Samstag, 25. April 2026 um 17.30 Uhr, Antikriegsmuseum, Brüsseler Straße 21, 13353 Berlin-Wedding (nahe U9 Amrumer Straße, U6 Seestraße). Der Eintritt ist frei.

Gustav Landauers Schrift „Die Abschaffung des Krieges durch die Selbstbestimmung des Volkes“ ist in Zeiten mannigfaltiger Kriege aktueller denn je. Zur Würdigung seiner Friedenspolitik zeigt das Anti-Kriegs-Museum die spannende Ausstellung über das Leben und Wirken Landauers. Wir erläutern auch seine Verbindung zu Ernst Friedrich und zur Friedensbewegung.

AnnetteKolb_20260420_Bogenhausener Friedhof

Annette Kolb schrieb nicht nur hervorragende Romane, sondern setzte sich auch zeitlebens für Pazifismus und Völkerverständigung ein. Gleich zweimal musste sie in ihrem Leben ins Exil gehen. In München will nun eine neue Gesellschaft das Interesse an ihren Werken und Ideen stärken. (SZ Von Antje Weber, #München)

„Sie stand in Brieffreundschaft mit Thomas MannRainer Maria RilkeKurt TucholskyMechtilde LichnowskyHermann Hesse oder Ise Aichinger.[4]

Im September 1932 machte Annette Kolb im Alter von 62 Jahren den Führerschein (darüber schrieb sie ausführlich in den Festspieltagen, 66ff) und kaufte sich mit Hilfe von Bekannten einen kleinen Ford. 1933 emigrierte sie nach Paris und löste sich damit völlig vom Deutschland der Nationalsozialisten; die Mitglieder dieser politischen Bewegung hatten ihre Bücher öffentlich geächtet und verbrannt. 1936 wurde sie französische Staatsbürgerin. 1941 floh die 71-Jährige über Lissabon nach New York, konnte dort aber keinen beruflichen Erfolg erzielen. Nach dem Krieg lebte sie bis 1961 sowohl in Paris wie in München und Badenweiler. Ihren letzten Wohnsitz nahm sie in München (Händelstrasse 1)[5], wo sie mit 97 Jahren verstarb.“ (wikipedia)

Annette Kolb schreibt und spricht gegen den Krieg: „Was der Tor von von seiner Anhöhe sieht“

Dämonisierung, Dehumanisierung und die Trauer um die Toten: Annette Kolb kritisiert die Kriegsberichterstattung in ihrer Dresdener Rede von 1915.

Fünfzig Jahre nach Brechts Tod, einundfünfzig Jahre nach Weills Tod,

ein dreiviertel Jahrhundert nach der Uraufführung bleibt Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny Symbol für das Leben auch in heutigen Globalisierungs-, Ausbeutungs- und Vergnügungszuständen. Autorinnen und Autoren aus den unterschiedlichsten Disziplinen beschäftigen sich mit der weiterhin aktuellen Einmischung der Anti-Oper von Brecht und Weill in die Mahagonny-Welt, in der wir noch immer leben.mahagonnysierung: Können uns und euch und niemand helfen
Brandes + Apsel Verlag

Der Stückeschreiber Bertolt Brecht und der Komponist Kurt Weill produzieren Ende der 1920er Jahre eine antikulinarische Oper, die analytisch-dialektisch, theatral-metaphorisch, verlockend-spielerisch, karikierend-unterhaltsam der Zeit die eigene Melodie verfremdet vorsingt. Mahagonny signalisiert jedoch auch: „Aber etwas fehlt!“ Mahagonny ist so unterschwellig ein Sehnsuchtsstück.

Stärker noch als Weills und Brechts Dreigroschenoper greift Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny in das Weltgeschehen ein. Vor mehr als einem dreiviertel Jahrhundert mit prognostischem Wissen, großem Spürsinn und „kalten“ Emotionen geschrieben, unter heftigem Nazi-Protest 1930 in Leipzig uraufgeführt, mischen sich Text und Musik immer noch ein.

Und das so vielfältig, dass die AutorInnen dieses Bandes aus den verschiedensten Fachrichtungen stammen: Musik- und Theaterwissenschaft, Naturwissenschaft, Psychoanalyse, Philosophie, Ethnologie, Literaturwissenschaft und Sozialwissenschaft. Damit beleben sie die Tradition des Umgangs mit „Mahagonny“, wie ihn einst Bloch, Benjamin, Kracauer und Adorno kritisch und produktiv praktizierten.