Die Aufrüstung begann 1897

kurz nach der Reichgründung 1871 und dem Beitritt des Königreich Bayern im literarischen nationalen Taumel des Deutschtums. Als Reichsgründungstag wurde später jedoch der 18. Januar gefeiert, an dem der preußische König Wilhelm I. in Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert worden war. Zeitgenössisch wurde der neu gegründete Staat als Nachfolger des 1806 untergegangenen Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation gesehen und daher als „Zweites Deutsches Reich“ bezeichnet.

Bismarck „als deutscher Reichskanzler (1871 bis 1890) war .. lange Jahre hindurch die bestimmende Persönlichkeit in der deutschen Politik.

„Mit dem Neuen Kurs betrieb Kaiser Wilhelm II. (*1859, †1941, deutscher Kaiser und König von Preußen von 1888 bis 1918) eine aggressive Außenpolitik: Das Deutsche Kaiserreich wollte auch zu den großen Kolonialmächten gehören (Weltmachtpolitik). Gleichzeitig wurde das Bündnissystem Otto von Bismarcks nicht weiterverfolgt, stattdessen militärisch aufgerüstet. Das Wettrüsten war verbunden mit der Sorge, in wenigen Jahren anderen Nationen militärisch unterlegen zu sein.

Die Flottenpolitik

Unter Führung von Admiral Alfred von Tirpitz (*1849, †1930, deutscher Großadmiral seit 1911, preußischer Marineminister 1898 bis 1916) begann das Deutsche Kaiserreich 1897, eine große Anzahl neuer Kriegsschiffe zu bauen. Damit trat Deutschland in Konkurrenz zur beherrschenden Flottennation Großbritannien. Die englische Regierung baute ab 1904 mehr und zugleich größere Kriegsschiffe.“

1912 blieben Verhandlungen über eine Rüstungsbegrenzung ohne Ergebnis, da Tirpitz nicht zu Konzessionen in der Flottenfrage bereit war. Der Rüstungswettlauf zwischen Deutschland und Großbritannien beschleunigte sich. Großbritannien näherte sich nicht Deutschland an, sondern verständigte sich mit Frankreich und Russland, mit denen es im Ersten Weltkrieg die Entente bildete.

Der Erste Weltkrieg stellt einen traurigen Wendepunkt in der Kriegsführung dar. Durch die industrielle Fertigung wurden in vorher unvorstellbarer Weise Vernichtungswaffen produziert und eingesetzt. 1915 setzte die deutsche Armee erstmals Giftgas im Kampf ein. Die Zahl der Toten erreichte ein nie zuvor gekanntes Ausmaß. 1916 verloren 360.000 französische und 335.000 deutsche Soldaten in einem sinnlosen mehrmonatigen Stellungskrieg um die Festung Verdun ihr Leben. Deutschland begann mit dem uneingeschränkten U-­Boot­-Krieg auch den Krieg gegen die zivile Seefahrt.  Wettrüsten (Erster Weltkrieg) – Imperialismus und der Erste Weltkrieg einfach erklärt!

Dass wir immer in Kriegen leben …

hatten wir uns lange schön geredet, viele Jahre Frieden bei uns, aber Wohlstand durch Rüstungsgeschäfte mit aller Welt, und heute wieder Milliarden-Börsengeschäfte, und wir sollen alle unsere Renten-Hoffnungen auf die mörderische Politik setzten:

1991, als auch die Grünen zur Kriegspartei wurden, um das „Nie Wieder“ für Propaganda des Eingreifens zu benutzen, denn immer müssen wir ja helfen und schützen, um die Interessen unserer Wirtschaft oben zu halten: „Kapitalismus trägt den Faschismus in sich wie die Wolke den Regen“ sagte schon Jean Jaures, mit Kurt Eisner in der sozialistischen Internationale der Kriegsgegner in der Schweiz befreundet, und dann leider in den Kriegsvorbereitungen von einem nationalisten ermordet.

Fritz Fischer veröffentlichte 1961 „Griff nach der Weltmacht“

Verlagstitel: Hitler war kein Betriebsunfall – ein Buch, das den Hamburger Historiker über Nacht weltberühmt machte. 

Aber nur für die damalige Zeit. Bald hatten die Ausreden, Kritiken und Relativierungen das Thema so verdreht, dass es in der Alltagsgeschichte unterging, es blieb der ganzen ehemaligen Nazi-Gesellschaft ein Problem

„Fischers Thesen über den Ursprung des Ersten Weltkriegs gingen ans Mark der deutschen Geschichte.

Gab es, so hat er auch in seinen späteren Werken immer wieder gefragt, spezifische Strukturen gesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Macht im Kaiserreich, die eine expansive, aggresive Außenpolitik begünstigt haben? Welche Rolle kam dabei den Eliten zu, und in welchem Maße hat ihr Einfluß Hitlers Aufstieg ermöglicht? Daß Fischer nicht um eine klare Antwort auf diese Fragen herumredet, zeigen die sieben Aufätze in diesem Band. Mit starken Argumenten stützen sie die zentrale These des berühmten Historikers … chbeck.de/fischer-hitler-betriebsunfall

Kurt Eisner und die deutsche Kriegsschuld

Wir nennen sie Postfaschismus, die Zeit, die uns heute in diversen Alten und nachplappernden Anzugträgern und Glatzen noch einmal entgegen-rülpst: Dolchstoß-Legende in den Schulbüchern bis heute, das arme angegriffene Deutschland und die bösen Versailler Verträge: Alles Lüge!

Die Propaganda-Lüge der Dolchstoß-Legende hatte, verbreitet über Kardinal Faulhaber und in der Burschenschaft Rhaetia, in der Thule-Gesellschaft und deren Vorträgen und allen Münchner Zeitungen, nicht nur dem Münchner Beobachter, (erst später „Völkischer Beobachter“) ihre Wirkung bis heute in die AfD und zu den Reichsbürgern, Anton Arco mit dem „Bolschewisten-Vorwurf“ zum Mörder gemacht:

Der Anti-Bolschewisten-Fonds der deutschen Arbeitgeber und Industrie von 500 Millionen Reichsmark hatte auch hier seine Wirkung, wie auch in der Finanzierung der Waffen und des hohen Sold für die arbeitslosen Soldaten, in die Freikorps zu kommen und die Stadt München und Bayern „zu befreien“.

Kurt Eisner

Er trug Bart und lange Haare als Symbol für die knapp 9 Monate Untersuchungshaft wegen Aufruf zum MunitionsarbeiterInnen-Streik, aus der er nur frei kam, weil er für die USPD zum Reichstag kandidieren konnte.

Seine damalige Mitstreiterin „Sonja Lerch war Pazifistin und gehörte 1914 zu den ersten erklärten Kriegsgegnerinnen mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Als Mitbegründerin der Münchener USPD organisierte sie gemeinsam mit Kurt Eisner, Hans Unterleitner, Richard Kämpfer u. a. im Januar 1918 im Rahmen der Januarstreik-Aktionen einen Streik von ca. 3000 Münchner Munitionsfabrikarbeitern zur Durchsetzung des allgemeinen Friedens und wurde am 1. Februar 1918 wegen Landesverrats verhaftet.[6]“ (wikipedia)

Kurt Eisner bekam erst 1961 von der deutschen Geschichtswissenschaft die erste Bestätigung, aber auch einen immer noch schwelenden Streit mit den Nazis: Der deutsche Kriegs-Schuld-Anteil am 1. Weltkriegs wird von Konservativen immer noch bestritten: wikipedia.org/wiki/Fischer-Kontroverse

Kurt Eisner war von einem adeligen katholischen Burschenschafter und Leutnant, Student der „Rechte“ nieder geschossen worden, weil er nicht nur den Adel und den damals damit verbundenen Offiziersrang abgeschafft hatte und Jude war, sondern auch, weil er begonnen hatte, die damals schon bekannten Kriegsstrategien der kaiserlichen Reichsregierung aufgrund der Akten und Briefe zu veröffentlichen.

In dem Wikipedia-Artikel kommt Kurt Eisner noch gar nicht vor:

Seine Veröffentlichungen waren am Ende der Räterepublik als Landesverrat angesehen, sein Sekretär Felix Fechenbach war nach 1920 der Beihilfe dazu angeklagt worden. Eisner wollte international darlegen, dass Bayern nicht führend am Kriegsbeginn beteiligt gewesen war, was wohl nicht zu halten ist.

Kurt Eisner hatte schon zu beginn der Revolution eine Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg und Österreich gesucht, um der militaristischen preußischen Übermacht auch schon in den Friedensverhandlungen ein südliches Gegengewicht aufzubauen, war aber von den anderen Ländern nicht wirklich ernst genommen worden.

Reichskanzler Bethmann-Hollweg

https://de.wikipedia.org/wiki/Theobald_von_Bethmann_Hollweg „Wilhelm II. war nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers vorgeprescht und hatte dem Botschafter der Donaumonarchie in Berlin, Szögyeny, den berühmten Blankoscheck ausgestellt, was allerdings keine große Neuerung darstellte: Die „Nibelungentreue“ im Zweibund herrschte seit dem Kanzler Hohenlohe vor.

Bethmann Hollweg schrieb später in seinen Betrachtungen, „diese Ansichten des Kaisers deckten sich“ mit seinen Anschauungen. Am 6. Juli 1914 versicherte der Reichskanzler der österreichischen Botschaft erneut, dass das Deutsche Reich treu an der Seite seines Verbündeten kämpfen werde.[56] Das aggressive Vorgehen Österreich-Ungarns gegen Serbien erfolgte also auch mit der Rückendeckung Bethmann Hollwegs.

Zugleich ließ er den Staatssekretär Gottlieb von Jagow an Lichnowsky, den deutschen Botschafter in London, telegrafieren, dass gegenüber der britischen Regierung „alles vermieden werden muss, was den Anschein erwecken könnte, als hetzten wir die Österreicher zum Kriege“.

Aus dem Gedanken heraus, den Konflikt lokalisieren zu können, befürwortete Bethmann Hollweg die Fortsetzung der kaiserlichen Nordlandkreuzfahrt. Der Kanzler ließ der österreichischen Politik freie Hand, doch nicht kritiklos, wie der französische Botschafter in Wien, Dumaine, bezeugte.[57]

Bethmann Hollweg äußerte intern, wie sein Vertrauter Kurt Riezler notierte, früh die Befürchtung, dass, wenn Österreich zu expansionistische Töne anschlagen werde, der Konflikt nicht mehr auf dem Balkan zu halten sei und „zum Weltkriege führen könne“.[58]

Doch selbst als das Auswärtige Amt im Juli 1914 endgültig wusste, dass das Ultimatum Österreich-Ungarns an Serbien unannehmbar formuliert werden sollte, ließ der Kanzler die Österreicher gewähren. Auf Nachfrage bekundete die Reichskanzlei: „Zur Formulierung der Forderungen an Serbien können wir keine Stellung nehmen, da dies Österreichs Sache ist.“

Im Glauben an die Neutralität Großbritanniens telegrafierte er an das Londoner Foreign Office: „Da Österreich bei seinem Vorgehen vitale Interessen wahrt, ist eine Ingerenz des verbündeten Deutschland ausgeschlossen. […] Nur gezwungen werden wir zum Schwerte greifen.“[59] https://de.wikipedia.org/wiki/Theobald_von_Bethmann_Hollweg