die revolution 1918 brachte die Demokratie

auch, wenn der Aufbruch erst mal Freistaat oder Volksstaat genannt wurde, die Tatsache, dass die Soldaten im Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat mitmachten und die Königsfamilie nach Österreich floh, damit die gut 100 Jahre Monarchie und viele Hundert Jahre Adelsherrschaft zu Ende waren: DEMOKRATIE!

Aber wie geht Demokratie? Wir können sie bis heute noch nicht so richtig … weiter entwickeln.

Von schlecht inszenierten Klassensprecher*innenwahlen bis zu den Part-ei-Hierarchien und dem Starrummel der Medien, die, selbst nur hierarchisch denkend, wie die meisten Behörden und Betriebe, wie die Schulen aus der alten Kaiserzeit …

„Montagsgespräche“, wie sie Kurt Eisner und die USP nach der Abspaltung von der SPD im Gasthaus zum Goldenen Anker in der Schillerstraße (damals 30, heute 34, derya.restaurant/Derya, was Weite, Tiefe und Schönheit, die mit dem Meer assoziiert werden) in München führten,

Es braucht noch Beiträge zu den Forschungen unserer letzten Jahre und der Frauen, anderer Geschichtswerkstätten und Mitwirkender in jenem legendären Jahresprogramm, das sich heute public history nennt …

Programm 2026 im Theater im Fraunhofer

Im Spielplan auf November klicken und du siehst eine ganze Menge: Aufführungen, Lesungen, Stadtführungen …

und am 11.11. ist wohl noch ein Ur-Enkel von Kurt Eisner in München …

Gedenken am Eisnerdenkmal der Arbeiterbewegung im Ostfriedhof, dort gab es früher ein erstes Eisner-Grab: Bisher ohne weitere Informationen am Ostfriedhof-Denkmal.

Das „Erste Grab des ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern“ Kurt Eisner : Historisch Interessierte wissen, dass seine Urne seit 1919 am Münchner Ostfriedhof begraben war, ab 1922 in einem von den Münchner Gewerkschaften gestalteten Denkmal. Die Nazis zerstörten das Denkmal und Grab und schickten die Rechnung und Urne an die jüdische Gemeinde (der er nicht angehörte). Zusammen mit der entsprechenden Zerstörung des Denkmal am Waldfriedhof landete auch die Urne von Gustav Landauer im gleichen Grabmal am neuen jüdischen Friedhof an der Garchinger Straße.

und letztes Jahr ein Symposium im „Goldenen Anker“, in dem die Montags-Gesprächskreise von Kurt Eisner und Felix Fechenbach, mit vielen Gästen wie Oskar Maria Graf und – zeitweise mit Hausverbot – dem Autor und Dichter Erich Mühsam stattfanden.

Das Werkstattkino im Keller unter dem Faunhofertheater war auch gern bereit, unsere besonderen Filme ins Programm zu nehmen …

meine Vorgeschichte zum Thema

Als sich 1987 eine Gruppe auf die Spur gemacht hatte, die Zeit der Räterepublik in München aus den alten Lügen der Nazizeit zu befreien, waren die hoffnungsvollen Arbeiten der gemeinschaftlichen Geschichtsarbeit noch den wenigsten vertraut, waren künstlerische und politische Ausdrucksweisen und Ziele im Vordergrund.

Gemeinschaftlich wurde das Projekt Revolution und Räterepubliken 1918-19 mit einer riesigen Demonstration, Plakatserien und Monatsplakaten, einer breiten Palette von Ausstellungen, Führungen, Lesungen, Schreib-Werkstätten etc. durchgeführt, dokumentiert im Archiv der Arbeiterbewegung, kuratiert vom Verein wetzstein eV … für Schärfe und Funkenflug.

Stempel Zentralrat der Republik Baiern

Damals meinte man im städtischen Kulturreferat, 70 Jahre sei keine Gedenk-Marke, doch gab es einen kleinen Zuschuss und später sogar eine Stelle für Geschichtsarbeit im Referat. Es war ja noch eine Zeit, in der es keine geordnete Erinnerung an die NS-Zeit in München gab, die aber an allerlei Ecken noch zu sehen und zu spüren war.

Es hatte auch schon früher Projekte gegeben, die an Erinnerungen, Personen und Texte der damaligen Zeit erinnern wollten, doch war München in seiner bräsigen „Rechtschaffenheit“ des Wohlstands im Kalten Krieg meist wenig bereit, sich an anarchistische, sozialistische und kommunistische Bewegungen zu erinnern. Die Demokratie schien vom Himmel gefallen oder von der königlich-bayrischen SPD erfunden und von der CSU genehmigt worden zu sein.

In der Folge gab es mehrere künstlerische Wiederauflagen, deren Dokumentationen aber auch noch nicht systematisch gesammelt und aufbereitet sind, das Internet und unsere Fähigkeiten darin wuchsen ja erst allmählich.

Auch 2018/19 liegt das noch ähnlich: Viel mehr Archiv-Recherchen, die irgendwo gelandet sind, zum Beispiel zu den fast 1000 Toten, die in den Standesämtern zur Niederschlagung im April / Mai 1919 verzeichnet sind … darunter auch viele junge Frauen, manchmal im Park aufgefunden …

Nun gäbe es zwischen städtischen und staatlichen Archiven und Museen etliche Möglichkeiten und Stellen, aber die historische und mediale Zusammenarbeit ist eine Mühe in dieser Stadt, landet jeweils zwischen Kompetenzen und Zuständigkeiten, die enorme Zeit verbrauchen, die ehrenamtlich eher begrenzt ist.

Nun gibt es schon seit langer Zeit auch in einigen Stadtteilen regionale Geschichtswerkstätten, die vor Ort die „Geschichte vor den Füßen“ befragen und dokumentieren, aufschreiben und veröffentlichen, meist mit mehr oder weniger Geschick und Erfolg in Büchern und Kalendern, sogar Museen, aber noch wenig dauerhaft im Internet.

Angst und Kompetenz zu Archiven, Bildrechten im Internet, Persönlichkeitsrechte, Veröffentlichungen und Zitaten, Besitzansprüche und Verwertung, Führungen und Druckrechte …

Am 7. April 1919 nahm einer, der die Zensur durch seinen schlauen Umgang durch seine Zeitschrift Ziegelbrenner (die er als Maurer-Fachblatt vorgestellt haben soll) kennengelernt hatte, Ret Marut, die Aufgabe. Später wurde er als B.Traven mit Büchern wie dem Totenschiff und dem Schatz der Sierra Madre und vielen weiteren Büchern bekannt, und wirkte an Filmen mit.

Die neuen Archivarbeiten zu Sonja Lerch , … und vielleicht kollegiale Spaziergänge und Einkehren

Jay Lybel in "Für Revolution ist gesorgt!"

wie beim

Netzwerktreffen aller Münchner Geschichtsvereine und -initiativen

jährlich im Herbst im Kulturzentrum LUISE 

… ging es darum, Probleme in der Münchner Geschichtsarbeit zu benennen und gemeinsam anzugehen.

„Bei unserer ersten gemeinsamen Aktion am Stadtgeburtstag und in vielen Gesprächen kam der Wunsch nach mehr Austausch und Unterstützung zutage. Viele Münchner Geschichtsvereine und -initiativen haben ähnliche Herausforderungen bei ihrer Arbeit, wie Archiv-Software, Räume, Nachwuchs, Unterstützung, Beteiligung, etc.“

Das Netzwerktreffen – und vielleicht auch ein vierteljährlicher Stammtisch soll folgende Möglichkeit bieten:

  • –        gegenseitige Vorstellung der Münchner Geschichtsvereine und -Initiativen,
  • –        Herausforderungen und Wünsche für gemeinsame Projekte
  • –        Ausarbeiten von Strategien und Aktionen für Verbesserungen der Präsenz und Zusammenarbeit
  • –        Ein Vorschlag war, die Verlinkung der Webseiten untereinander schon mal anzufangen
Pinnwände zu den Stadtteilen und Projekten, Aufnahme von Herausforderungen und Wünschen wurden gefüllt und gemeinsam überlegt, wie wir weitermachen können. Beate Bidjanbeg für den Verein Münchner Stadtteilgeschichte e.V. führte durch den Abend und organisierte den Raum in der LUISE.
Oskar_maria_graf_denkmal

Oskar_Maria_Graf_Denkmal

Ein paar Adressen, die dazu kämen:

stadtgeschichte-muenchen und das haidhausen-museum
Institut für zukunftsweisende Geschichte e.V.  insbesondere die ehrenamtliche Geschichtsforschung vor Ort in Pasing
oskar maria graf, max-zeidler und intervox

und was mir grad noch unterkam: blog.dnb.de/plakatsammlung-zweiter-weltkrieg